Presseecho von Aufführungen von Alexander Keuk

über "Mehr Licht!" (Dresdner Neueste Nachrichten vom 22.5.06, Auszug):

Vom Hörsinn zum Klang-Sinn

Wollte man das 8. Zyklus-Konzert der Philharmonie unter einem dramaturgischen Nenner zusammenfassen, so wäre es bestimmt der Klang-Sinn, der sich durch die Werke zog, ein Sinn, der zugleich mehr ist als reine Sinnlichkeit. (...)

Wer mit Keuks Werk ein wenig vertraut ist, wer seine durchaus originelle, auch radikale Auseinandersetzung mit Tradition etwa in der indirekten Hommage an Bach erinnert, wird nicht von der ungemein assoziationsstarken, ungemein intelligenten Brechung einer musikhistorischen Vorgabe überrascht gewesen sein. Was hingegen überraschen musste, ist die Deutlichkeit, mit der Keuk sich in diesem Essay für großes Orchester als Symphoniker empfohlen hat, wie ausformuliert diese Stimme bereits ist und wie souverän er mit dem Potential umgeht. Es spricht für Keuks Souveränität mit diesem Medium, dass er nicht einer so häufig bei jungen Komponisten anzutreffenden Neigung - zumal wenn sie selten für Orchester komponieren (können) - aufsaß: in zu wenig Zeit zu viel zu wollen. Hier war eine klug ausbalancierte Struktur, eine klug aufeinander bezogene Disposition zu hören, die sich bereits im eröffnenden Unisono-As andeutete. Welch Mut, welch Klang-Sinn, so ein groß dimensioniertes Werk beginnen zu lassen, das so manchen sofort zum Griff in die Trickkiste verleitet hätte. Bei Keuk stattdessen: ein sensibler Aufbau, ein Ausfächern der ersten Idee, in quasi assoziativer Technik, Klangblöcke, dann immer wieder der Kontrast mit solistischer Viola oder Klarinette, perkussive Attacken, und zugleich, auf struktureller Ebene, ein Herausformen der Terzbeziehung, die sich als konstitutiv für das Werk herausarbeitet.

Dabei macht es Keuk dem Hörer nicht unnötig schwer, fügt immer wieder melodiöse Passagen für die Streicher ein, Linien, die dann wieder gleichsam relativiert werden vom Schlagwerk, auch abreißen, von aparten Klangkombinationen zwischen Blech und tiefen Streichern, einem Bläserchoral, von solistischen Passagen kontrastiert werden - die gleichwohl rückverweisen auf schon exponiertes Material. Man hätte eine Nadel fallen hören können, und nicht ohne Grund. Ob nun näher an seinem Vorbild, dem schwedischen Symphoniker Allan Pettersson, oder an Lindberg: Keuk hat eine eigene Stimme, und für mich hört man sie am klarsten durch das Orchester. (...)

Johannes Kreisler

 

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Presseecho von Aufführungen von Alexander Keuk