Bläue - elektronische Musik (1997)

Die Komposition entstand als reines Bandstück 1996/97 im Studio für elektronische Musik an der Hochschule für Musik Dresden. Das Stück vollzieht einen kompositorischen Prozess von der Klangsynthese bis zum akustisch umgesetzten, strukturierten Werk.
Von zwei in der Klangsynthese generierten Klängen und einem resynthetisierten Klarinettenklang ausgehend, entstanden durch Bearbeitung mit der Software Sound Designer und Turbosynth schließlich elf verschiedene Klangvarianten, die die Basis für die Komposition lieferten. Der eigentliche Prozess, die Eigenschaften der Klänge (die ein dichtes Innenleben aufweisen) strukturell zu verbinden und eine Klanglandschaft entstehen zu lassen, wurde über den "Notator" realisiert. Die Endbearbeitung für die räumliche Wiedergabe fand mit Hilfe von Pro Tools statt.
Bläue ist eine künstliche Landschaft, die Schichten erreichen durch innere Bewegung Lebendigkeit; sie schieben sich in den Vordergrund oder verschwinden wieder. BLÄUE meint dabei weniger die Farbe an sich, als einen Zustand, eine Schattierung einer Situation und ist außerdem eine Assoziation an Rilkes Florenzer Tagebuch.